Performance Max Kampagnen – Leitfaden für Schweizer KMU

Lucian Gruber
Lucian Gruber
· 11 Min. Lesezeit

Performance Max (PMax) ist Googles mächtigster – und gleichzeitig undurchsichtigster – Kampagnentyp. Eine einzige Kampagne, die Anzeigen auf allen Google-Kanälen gleichzeitig ausspielt: Suche, Display, YouTube, Gmail, Maps und Discover. Klingt verlockend. Aber für KMU gibt es einige Fallen, die du kennen musst.

Was ist Performance Max?

Performance Max ist ein vollautomatisierter Kampagnentyp. Du gibst Google:

  • Ein Budget und ein Ziel (z.B. Leads, Verkäufe)
  • Assets: Texte, Bilder, Videos, Logos
  • Zielgruppen-Signale: Hinweise, wen du erreichen willst

Google kombiniert diese Elemente automatisch und spielt sie dort aus, wo die KI die beste Chance auf eine Conversion sieht. Du hast weniger Kontrolle als bei klassischen Suchkampagnen – aber potenziell mehr Reichweite.

Wie unterscheidet sich PMax von Suchkampagnen?

  • Suchkampagnen: Du wählst Keywords, schreibst Anzeigen, kontrollierst jeden Aspekt. Anzeigen erscheinen nur in der Google-Suche.
  • Performance Max: Keine Keywords nötig (ausser negative Keywords seit 2024). Google entscheidet automatisch, wo und wem deine Anzeige gezeigt wird. Alle Kanäle gleichzeitig.

Der grosse Unterschied: Bei PMax gibst du die Kontrolle ab und vertraust auf Googles Algorithmus. Das kann gut funktionieren – oder nach hinten losgehen.

Für wen eignet sich Performance Max?

Gut geeignet:

  • E-Commerce / Onlineshops: PMax mit Produktfeed (Shopping) ist oft der effizienteste Kampagnentyp für Online-Verkäufe.
  • Unternehmen mit genügend Conversion-Daten: PMax braucht Daten zum Lernen. Mindestens 30 Conversions in 30 Tagen für stabile Ergebnisse.
  • Ergänzung zu bestehenden Suchkampagnen: PMax als zweiter Kanal neben einer gut laufenden Suchkampagne, um zusätzliche Reichweite zu gewinnen.

Weniger geeignet:

  • Kleine Budgets (unter CHF 1'500/Monat): PMax braucht Budget zum Testen und Lernen. Mit zu wenig Daten optimiert der Algorithmus schlecht.
  • Nischen-Dienstleistungen mit wenig Suchvolumen: PMax verschiebt Budget gerne auf Display und YouTube, wo die Qualität der Leads oft niedriger ist.
  • Wenn du volle Kontrolle brauchst: Du kannst bei PMax nicht sehen, welche Suchbegriffe deine Anzeige ausgelöst haben (nur begrenzt seit 2024). Für manche Branchen ist das ein Problem.

Die 5 grössten PMax-Fehler bei KMU

Fehler 1: PMax als einzige Kampagne starten

PMax sollte deine Suchkampagnen ergänzen, nicht ersetzen. Ohne eine solide Suchkampagne als Basis fehlt PMax die Richtung. Starte immer zuerst mit Suchkampagnen, sammle Daten, und füge PMax dann hinzu.

Fehler 2: Keine Zielgruppen-Signale setzen

Zielgruppen-Signale sind optional – aber ohne sie wirft Google dein Budget breit und ungerichtet aus. Füge hinzu:

  • Eigene Kundenlisten (E-Mail-Adressen bestehender Kunden)
  • Website-Besucher (Remarketing-Listen)
  • Interessen und demografische Merkmale deiner Zielgruppe

Fehler 3: Schwache Assets liefern

PMax erstellt Anzeigen automatisch aus deinen Assets. Lieferst du langweilige Texte und pixelige Bilder, bekommst du schlechte Anzeigen. Investiere in:

  • Mindestens 5 starke Headlines und 5 Beschreibungen
  • Hochwertige Bilder in verschiedenen Formaten (Querformat, Quadrat, Hochformat)
  • Ein kurzes Video (selbst ein einfaches 15-Sekunden-Video hilft enorm)

Fehler 4: Brand-Traffic nicht ausschliessen

PMax liebt Brand-Traffic – Suchanfragen nach deinem Firmennamen. Das sind günstige Conversions, die du auch ohne Ads bekommen würdest. Schliesse deine Markenbegriffe als negative Keywords aus, damit PMax sich auf echte Neukundengewinnung konzentriert.

Fehler 5: Zu früh aufgeben

PMax braucht eine Lernphase von 4–6 Wochen. In dieser Zeit schwanken die Ergebnisse stark. Viele KMU schalten die Kampagne nach 2 Wochen ab, weil «es nicht funktioniert». Gib dem Algorithmus Zeit – aber setze klare KPIs, anhand derer du nach 6 Wochen entscheidest.

So setzt du PMax richtig auf: Schritt für Schritt

Schritt 1: Basis schaffen

Stelle sicher, dass dein Conversion Tracking sauber funktioniert. PMax ohne Tracking ist wie ein Navigationssystem ohne GPS – nutzlos.

Schritt 2: Suchkampagne zuerst

Starte mit einer klassischen Suchkampagne. Sammle mindestens 4 Wochen Daten. So weisst du, welche Keywords und Anzeigen funktionieren.

Schritt 3: PMax als Ergänzung hinzufügen

Erstelle eine PMax-Kampagne mit klarem Conversion-Ziel (z.B. Kontaktanfrage). Setze Zielgruppen-Signale basierend auf deinen bisherigen Erkenntnissen.

Schritt 4: Assets optimieren

Lade mindestens diese Assets hoch:

  • 5 kurze Headlines (max. 30 Zeichen)
  • 5 lange Headlines (max. 90 Zeichen)
  • 4 Beschreibungstexte
  • Mindestens 3 Bilder im Querformat, 3 im Quadrat
  • Logo in hoher Auflösung

Schritt 5: Brand-Begriffe ausschliessen

Füge deinen Firmennamen und Varianten als negative Keywords hinzu. So misst du den echten Neukundenwert der Kampagne.

Schritt 6: Lernphase abwarten und auswerten

Warte 4–6 Wochen. Prüfe dann: Kosten pro Lead, Qualität der Leads, Anteil der Kanäle (Suche vs. Display vs. YouTube). Wenn PMax zu viel Display-Traffic mit schlechter Qualität bringt, passe deine Signale und Assets an.

PMax und lokale KMU: Besondere Tipps

Für lokale Unternehmen in Bern und der Schweiz bietet PMax einen oft übersehenen Vorteil: Google Maps Integration. Wenn du dein Google Business Profile verknüpfst, erscheint dein Unternehmen bei lokalen Suchen prominent auf Google Maps – mit Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen.

Praxis-Beispiel: Ein Handwerksbetrieb in Bern kombiniert eine Suchkampagne (für direkte Suchanfragen wie «Schreiner Bern») mit einer PMax-Kampagne (für zusätzliche Reichweite über Maps, Display und YouTube). Die Suchkampagne liefert die konstantesten Leads, PMax bringt 20–30 % zusätzliche Anfragen – vor allem über Google Maps.

Fazit: PMax ist mächtig – aber kein Selbstläufer

Performance Max kann für Schweizer KMU ein starker Kanal sein – wenn die Voraussetzungen stimmen: genug Budget, sauberes Tracking, starke Assets und eine realistische Erwartungshaltung.

Meine Empfehlung: Starte mit Suchkampagnen. Wenn diese stabil laufen und du genug Conversion-Daten hast, füge PMax als Ergänzung hinzu. So nutzt du das Beste aus beiden Welten – Kontrolle und Reichweite.

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