Google Ads Remarketing – So holst du verlorene Besucher zurück

Lucian Gruber
Lucian Gruber
· 10 Min. Lesezeit

Jemand besucht deine Website, liest dein Angebot, scrollt durch deine Leistungen – und verschwindet. Kein Anruf, keine Anfrage. Kommt dir bekannt vor? Dann brauchst du Remarketing. Es ist der effektivste Weg, Besucher zurückzuholen, die schon Interesse gezeigt haben.

Was ist Remarketing?

Remarketing (auch Retargeting genannt) zeigt deine Anzeigen Personen, die deine Website bereits besucht haben. Sie sehen deine Werbung danach auf anderen Websites, in YouTube-Videos, in Gmail oder in der Google-Suche. Du bleibst im Kopf – bis sie bereit sind, dich zu kontaktieren.

Ein Beispiel: Ein Geschäftsführer sucht «IT Support Bern», klickt auf deine Anzeige, liest deine Leistungsseite und wird dann von einem Meeting unterbrochen. Ohne Remarketing: vergessen. Mit Remarketing: Er sieht in den nächsten Tagen deine Display-Anzeige auf nzz.ch oder srf.ch, erinnert sich und kommt zurück.

Warum Remarketing so effektiv ist

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • 98 % der Website-Besucher konvertieren nicht beim ersten Besuch – besonders im B2B, wo Entscheidungen länger dauern.
  • Remarketing-Klickraten sind 2–3x höher als bei normalen Display-Anzeigen, weil der Nutzer dich schon kennt.
  • Kosten pro Klick sind oft 30–50 % niedriger als bei kalten Kampagnen.
  • Conversion-Raten sind signifikant höher – der Besucher hat bereits Interesse gezeigt.

Die 4 Remarketing-Typen in Google Ads

1. Standard Display Remarketing

Deine Bannerwerbung erscheint auf Websites im Google Display Netzwerk (über 2 Millionen Websites). Der Besucher sieht dein Logo und dein Angebot, während er Nachrichten liest oder Blogs besucht.

Ideal für: Markenbekanntheit und «im Kopf bleiben».

2. RLSA (Remarketing Lists for Search Ads)

Du bietest höher, wenn jemand, der deine Website schon besucht hat, erneut bei Google sucht. Oder du zeigst spezielle Anzeigentexte nur für Rückkehrer.

Ideal für: B2B mit langem Entscheidungszyklus. Der Nutzer recherchiert mehrmals – und du bist jedes Mal prominent sichtbar.

3. YouTube Remarketing

Deine Video-Anzeige wird Besuchern auf YouTube gezeigt. Besonders wirkungsvoll, wenn du ein kurzes Erklärvideo oder ein Kundentestimonial hast.

Ideal für: Vertrauensaufbau durch persönliche Video-Botschaft.

4. Customer Match

Du lädst eine Liste von E-Mail-Adressen hoch (bestehende Kunden oder Newsletter-Abonnenten). Google zeigt diesen Personen deine Anzeigen. Perfekt für Upselling oder Reaktivierung.

Ideal für: Bestandskunden mit neuen Angeboten erreichen.

Remarketing richtig einrichten: Schritt für Schritt

Schritt 1: Google Ads Tag installieren

Der Remarketing-Tag ist ein kleines Code-Snippet, das auf jeder Seite deiner Website eingebaut wird. Am einfachsten über den Google Tag Manager.

Schritt 2: Zielgruppen definieren

Erstelle spezifische Listen statt alle Besucher in einen Topf zu werfen:

  • Alle Besucher (30 Tage): Allgemeine Remarketing-Liste
  • Leistungsseite besucht: Hohes Interesse an einer bestimmten Leistung
  • Kontaktseite besucht, aber nicht abgeschickt: War kurz davor, braucht noch einen Anstoss
  • Blog-Leser: Interesse am Thema, aber noch nicht kaufbereit

Schritt 3: Anzeigen erstellen

Remarketing-Anzeigen sollten anders sein als deine normalen Anzeigen:

  • Der Nutzer kennt dich schon – wiederhole nicht das Gleiche
  • Zeige Social Proof: «Über 50 zufriedene Kunden in Bern»
  • Biete einen Anreiz: «Kostenloses Erstgespräch», «Kostenloser Quick-Check»
  • Nutze Dringlichkeit: «Noch diese Woche Termin verfügbar»

Schritt 4: Frequency Capping setzen

Begrenze, wie oft ein Nutzer deine Anzeige sieht. 5–7 Impressionen pro Tag und Nutzer sind genug. Mehr nervt und schadet deiner Marke.

Budget-Empfehlung für Remarketing

Remarketing ist günstig, weil die Zielgruppe klein und relevant ist:

  • Display Remarketing: CHF 200–500/Monat reichen für die meisten KMU
  • RLSA: Kein separates Budget nötig – du passt Gebote in bestehenden Suchkampagnen an
  • Faustregel: 10–15 % deines Google Ads Gesamtbudgets für Remarketing reservieren

Häufige Remarketing-Fehler

  1. Alle Besucher gleich behandeln: Jemand, der deine Preisseite besucht hat, braucht eine andere Botschaft als ein Blog-Leser.
  2. Zu lange Laufzeit: 180 Tage Remarketing? Nach 30–60 Tagen sinkt die Relevanz drastisch. Im B2B kann 90 Tage sinnvoll sein.
  3. Kein Frequency Capping: Ohne Begrenzung sieht ein Nutzer deine Anzeige 50x am Tag. Das wirkt stalkerisch, nicht professionell.
  4. Bestehende Kunden nicht ausschliessen: Zeig keine «Jetzt anfragen»-Anzeige an Leute, die schon Kunden sind. Schliesse Converter aus.
  5. Langweilige Banner: Ein grauer Kasten mit deinem Logo überzeugt niemanden. Investiere in professionelle Display-Anzeigen.

Fazit: Remarketing macht dein Google Ads Budget effizienter

Remarketing ist kein separater Kanal – es ist der logische zweite Schritt nach deiner Suchkampagne. Du hast bereits für den ersten Klick bezahlt. Remarketing sorgt dafür, dass du diesen Klick nicht verschwendest, indem du den Besucher zurückholst, wenn er bereit ist. Günstiger, effizienter und mit höherer Conversion-Rate als jede kalte Kampagne.

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