Google Ads Kontostruktur – So baust du dein Konto richtig auf

Lucian Gruber
Lucian Gruber
· 10 Min. Lesezeit

Viele KMU starten Google Ads mit einer einzigen Kampagne, werfen alle Keywords hinein und wundern sich, warum die Ergebnisse enttäuschen. Das Problem ist fast immer dasselbe: die Kontostruktur stimmt nicht. Eine durchdachte Struktur ist das Fundament, auf dem alles andere aufbaut – Qualitätsfaktor, Anzeigenrelevanz, Budget-Steuerung und Reporting. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dein Google Ads Konto 2026 sauber aufbaust – mit einer Struktur, die wächst, ohne chaotisch zu werden.

Warum die Kontostruktur so wichtig ist

Google Ads hat eine klare Hierarchie: Konto → Kampagnen → Anzeigengruppen → Keywords + Anzeigen. Jede Ebene hat eigene Steuerungsmöglichkeiten. Wenn du diese Ebenen falsch nutzt, verlierst du Kontrolle über dein Budget und deine Performance.

  • Qualitätsfaktor: Google bewertet die Relevanz zwischen Keyword, Anzeige und Landingpage. Wenn alle Keywords in einer Anzeigengruppe landen, passt die Anzeige nur zu einem Bruchteil der Suchbegriffe. Der Qualitätsfaktor sinkt, die Klickpreise steigen. Mehr zum Qualitätsfaktor: Google Ads Qualitätsfaktor.
  • Budget-Kontrolle: Budgets werden auf Kampagnen-Ebene gesetzt. Ohne saubere Kampagnen-Trennung kannst du nicht steuern, wie viel du für welche Leistung oder Region ausgibst.
  • Reporting: Saubere Struktur = saubere Daten. Du siehst auf Kampagnen-Ebene sofort, welche Leistungen oder Zielgruppen performen. Bei einem Chaos-Konto siehst du nur Durchschnittswerte.
  • Skalierbarkeit: Neue Leistungen, Regionen oder Zielgruppen lassen sich als eigene Kampagnen hinzufügen, ohne Bestehendes zu stören.

Die drei Kontostruktur-Modelle

Es gibt keine universell richtige Struktur. Aber es gibt drei bewährte Modelle, die sich je nach Geschäftsmodell eignen:

1. Struktur nach Leistungen/Services

Am häufigsten für Dienstleister und KMU. Jede Kampagne deckt eine Leistung ab.

Beispiel Treuhand-Kanzlei:

  • Kampagne 1: Buchhaltung → Anzeigengruppen: «Buchhaltung auslagern», «Buchhalter Bern», «Lohnbuchhaltung»
  • Kampagne 2: Steuererklärung → Anzeigengruppen: «Steuererklärung erstellen lassen», «Steuerberater Bern»
  • Kampagne 3: Firmengründung → Anzeigengruppen: «GmbH gründen», «AG gründen Bern»

Vorteil: Du siehst sofort, welche Leistung wie viel kostet und einbringt. Budget lässt sich pro Leistung steuern. Passt gut für Unternehmen wie Treuhänder (Google Ads für Treuhänder) oder Anwälte (Google Ads für Anwälte).

2. Struktur nach Regionen

Sinnvoll für Unternehmen mit mehreren Standorten oder klar definierten Einzugsgebieten.

Beispiel Handwerksbetrieb:

  • Kampagne 1: Bern Stadt → alle Leistungen
  • Kampagne 2: Bern Agglomeration → alle Leistungen
  • Kampagne 3: Thun/Oberland → alle Leistungen

Vorteil: Du kannst Gebote und Budget pro Region anpassen. In Bern-Stadt bietest du vielleicht höher, weil die Abschlussquote besser ist. Für lokale Unternehmen ist dieses Modell oft ideal (Google Ads für lokale Dienstleister).

3. Hybride Struktur (Leistung × Region)

Kombination beider Ansätze. Für grössere Konten mit mehreren Standorten und mehreren Leistungen.

Beispiel:

  • Kampagne: Buchhaltung – Bern
  • Kampagne: Buchhaltung – Thun
  • Kampagne: Steuererklärung – Bern
  • Kampagne: Steuererklärung – Thun

Nachteil: Wird schnell komplex und fragmentiert das Budget. Nur sinnvoll ab ca. CHF 3'000–5'000/Monat Werbebudget.

Anzeigengruppen: Das Herzstück der Struktur

In der Anzeigengruppe entscheidet sich die Anzeigenrelevanz. Die goldene Regel: Pro Anzeigengruppe ein eng verwandtes Keyword-Thema.

Wie viele Keywords pro Anzeigengruppe?

  • Empfehlung: 5–15 Keywords pro Anzeigengruppe
  • Alle Keywords müssen thematisch zusammenpassen – so eng, dass eine einzige Anzeige für alle passt
  • Faustregel: Wenn du für ein Keyword eine andere Anzeige schreiben würdest, gehört es in eine eigene Anzeigengruppe

Wie du die richtigen Keywords findest: Google Ads Keywords finden. Welche du ausschliessen solltest: Google Ads Negative Keywords.

Single Keyword Ad Groups (SKAGs) – noch sinnvoll?

SKAGs (eine Anzeigengruppe pro Keyword) waren 2018–2020 der Standard. Seit Google die Match-Types erweitert hat und Smart Bidding dominant wurde, sind SKAGs oft kontraproduktiv:

  • Zu wenig Daten pro Anzeigengruppe für Smart Bidding
  • Enormer Verwaltungsaufwand
  • Broad Match und Smart Bidding arbeiten besser mit etwas grösseren Anzeigengruppen

Meine Empfehlung 2026: Thematisch enge Anzeigengruppen mit 5–15 Keywords statt SKAGs. Smart Bidding bekommt genug Daten, du behältst die Relevanz.

Kampagnen-Typen richtig zuordnen

Nicht jeder Kampagnentyp eignet sich für jede Ebene deiner Kontostruktur:

  • Search-Kampagnen: Das Rückgrat. Hier ist die Struktur nach Leistungen/Regionen am wichtigsten.
  • Performance Max: Läuft automatisiert über alle Kanäle. Braucht eigene Kampagne(n), nicht mit Search mischen. Mehr dazu: Performance Max Kampagnen.
  • Remarketing: Eigene Kampagne, eigenes Budget. Spricht nur Besucher an, die deine Seite bereits kennen. Details: Google Ads Remarketing.
  • Brand-Kampagne: Eigene Search-Kampagne für deinen eigenen Firmennamen. Kleines Budget, hohe Conversion-Rate, schützt vor Mitbewerber-Anzeigen.

Namenskonventionen: Ordnung halten

Klingt banal, spart aber Stunden beim Reporting. Verwende ein konsistentes Schema:

Empfohlenes Format:

  • Kampagne: [Typ] – [Leistung/Thema] – [Region] → z.B. «Search – Buchhaltung – Bern»
  • Anzeigengruppe: [Keyword-Thema] → z.B. «Buchhaltung auslagern»

So siehst du in jeder Übersicht sofort, was was ist. Wenn du Reporting-KPIs verstehen willst: Google Ads Reporting & KPIs.

Typische Strukturfehler und wie du sie vermeidest

  • Alles in einer Kampagne: Keine Budget-Kontrolle, kein sauberes Reporting, schlechter Qualitätsfaktor. Mindestens nach Leistungen trennen.
  • Zu viele Kampagnen bei kleinem Budget: Wenn du CHF 500/Monat hast und 10 Kampagnen erstellst, bekommt jede CHF 50. Das reicht nicht für aussagekräftige Daten. Starte mit 2–3 Kampagnen und skaliere. Mehr zur Budget-Verteilung: Google Ads Budget richtig verteilen.
  • Keywords und Anzeigen passen nicht zusammen: Wenn die Anzeigengruppe «Maler Bern» Keywords wie «Maler», «Anstreicher», «Fassadenreinigung» und «Tapezieren» enthält, passt keine einzige Anzeige zu allen. Aufteilen.
  • Keine Negative Keywords auf Kampagnen-Ebene: Ohne geteilte Listen für Negative Keywords buchst du Keywords doppelt über Kampagnen hinweg. Das treibt die CPCs hoch und verfälscht die Daten.
  • Keine Brand-Kampagne: Dein Firmenname kostet fast nichts (hoher QF), konvertiert stark und schützt vor Mitbewerber-Geboten.

Schritt-für-Schritt: Kontostruktur für ein KMU aufsetzen

  1. Leistungen auflisten: Welche Services bietest du an? Jede Leistung wird eine Kampagne (oder zumindest eine Anzeigengruppe).
  2. Keywords recherchieren: Pro Leistung Keywords sammeln und nach Themen clustern. Jeder Cluster = eine Anzeigengruppe.
  3. Kampagnen-Typ wählen: Search für die meisten KMU. Performance Max als Ergänzung. Remarketing für Besucher-Rückgewinnung.
  4. Budget verteilen: 60–70 % auf die umsatzstärkste Leistung, Rest auf die anderen. Brand-Kampagne braucht nur 5–10 %.
  5. Anzeigen schreiben: Pro Anzeigengruppe mindestens 2 responsive Suchanzeigen. Die Anzeige muss zum Keyword-Thema passen. Tipps: Google Ads Anzeigentexte schreiben.
  6. Negative Keywords einpflegen: Auf Kampagnen-Ebene und als geteilte Listen.
  7. Conversion-Tracking einrichten: Ohne Tracking keine Optimierung. Setup-Anleitung: Google Ads Conversion Tracking einrichten.

Kontostruktur und Smart Bidding

Smart Bidding (Google Ads Smart Bidding) braucht Daten. Je fragmentierter deine Struktur, desto weniger Conversions hat jede Kampagne – und desto schlechter funktioniert die Automatisierung.

Richtwert: Mindestens 15–30 Conversions pro Kampagne pro Monat für zuverlässiges Smart Bidding. Hast du weniger, konsolidiere Kampagnen oder nutze Portfolio-Gebotsstrategien (eine Strategie über mehrere Kampagnen).

Häufige Fragen zur Kontostruktur

Wie viele Kampagnen brauche ich als KMU?

Für die meisten KMU reichen 3–5 Kampagnen: 1–2 Search (nach Leistungen), 1 Brand, 1 Remarketing, optional 1 Performance Max. Bei CHF 1'000–3'000/Monat ist das ein guter Startpunkt.

Soll ich für jede Stadt eine eigene Kampagne machen?

Nur wenn du in verschiedenen Regionen unterschiedliche Leistungen oder Budgets brauchst. Für die meisten lokalen KMU reicht eine Kampagne mit Geo-Targeting auf die gewünschte Region. Regionale Kampagnen lohnen sich ab CHF 3'000+/Monat.

Kann ich die Struktur nachträglich ändern?

Ja, aber mit Vorsicht. Kampagnen zusammenführen oder aufteilen setzt die Lernphase von Smart Bidding zurück (ca. 1–2 Wochen). Plane Struktur-Änderungen deshalb sorgfältig und nicht mitten in einer starken Sales-Phase.

Fazit: Struktur zuerst, dann skalieren

Eine durchdachte Kontostruktur ist keine einmalige Aufgabe – sie wächst mit deinem Geschäft. Aber die Grundlagen müssen stimmen: saubere Trennung nach Leistungen, enge Anzeigengruppen, konsistente Benennung und eine Brand-Kampagne. Wer das von Anfang an richtig macht, spart langfristig Budget und hat saubere Daten für echte Optimierung.

Du willst dein Konto professionell aufsetzen oder eine bestehende Struktur entrümpeln? In einer kostenlosen Erstberatung schauen wir gemeinsam dein Konto an und finden die Hebel. Ergänzend empfehle ich die Artikel Google Ads Optimierung und Google Ads für KMU.

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