Google Ads Budget richtig verteilen – So holst du das Maximum raus
CHF 2'000 Monatsbudget. 5 Leistungen. 3 Regionen. Und Google will immer mehr. Wie verteilst du dein Budget so, dass du das Maximum rausholst? Nicht mit Bauchgefühl – sondern mit Daten und klarer Strategie.
Warum Budget-Verteilung wichtiger ist als Budget-Höhe
Ich sehe regelmässig Konten mit CHF 3'000/Monat, die schlechter performen als Konten mit CHF 1'500 – weil das Budget falsch verteilt ist. Typische Probleme:
- 80 % des Budgets geht an 2 Keywords, die kaum konvertieren
- Die beste Kampagne ist um 14 Uhr «ausverkauft», weil das Tagesbudget aufgebraucht ist
- Budget fliesst gleichmässig an alle Kampagnen – egal ob sie performen oder nicht
Smarte Budget-Verteilung kann deine Ergebnisse um 30–50 % verbessern, ohne einen Franken mehr auszugeben.
Schritt 1: Kampagnen priorisieren
Nicht jede Kampagne ist gleich wertvoll. Teile deine Kampagnen in drei Kategorien ein:
Kategorie A – Deine Cash-Cows (50–60 % des Budgets)
Kampagnen mit dem besten ROI. Niedrigste Kosten pro Anfrage, höchste Conversion-Rate. Hier willst du jede mögliche Anfrage mitnehmen.
Kategorie B – Solide Performer (25–35 % des Budgets)
Kampagnen, die funktionieren, aber noch Optimierungspotenzial haben. Hier investierst du moderat und arbeitest an der Verbesserung.
Kategorie C – Testkampagnen (10–15 % des Budgets)
Neue Keywords, neue Leistungen, neue Regionen. Hier testest du mit kleinem Budget, ob Potenzial da ist.
Praxis-Beispiel: Ein Malerbetrieb hat 3 Kampagnen: Innenmalerei (CPA: CHF 35), Fassadenreinigung (CPA: CHF 55), Tapezierarbeiten (CPA: CHF 120). Logische Verteilung bei CHF 2'000 Budget: Innenmalerei CHF 1'100, Fassade CHF 600, Tapezieren CHF 300.
Schritt 2: Budget nach Tageszeit und Wochentag steuern
Prüfe im Werbezeitplaner deines Google Ads Kontos, wann deine Conversions kommen:
- B2B: Montag bis Freitag, 7–18 Uhr ist die Kernzeit. Am Wochenende kommen selten qualifizierte Anfragen.
- Lokale Dienstleister: Abends und am Wochenende können Spitzenzeiten sein (Notfall-Suchen, Planung am Feierabend).
- E-Commerce: Sonntags und abends oft die stärksten Stunden.
Konkrete Massnahme: Erhöhe Gebote in conversion-starken Stunden um 20–30 %. Reduziere oder pausiere in schwachen Zeiten. So holst du mehr aus dem gleichen Tagesbudget.
Schritt 3: Budget nach Gerät steuern
Mobile, Desktop und Tablet performen unterschiedlich. Prüfe unter «Geräte» in Google Ads:
- Welches Gerät hat die beste Conversion-Rate?
- Welches Gerät hat den niedrigsten CPA?
Passe die Gebotsanpassungen an: +20 % für das beste Gerät, −20 % für das schwächste. Bei vielen lokalen Dienstleistern performt Mobile am besten (Anruf-Klicks), bei B2B oft Desktop.
Schritt 4: Budget nach Standort steuern
Wenn du mehrere Regionen targetest, performen nicht alle gleich gut. Prüfe unter «Standorte»:
- Welche Stadt oder Region bringt die meisten Conversions?
- Wo ist der CPA am niedrigsten?
- Gibt es Regionen, die du bedienst, aber die kaum konvertieren?
Praxis-Beispiel: Ein Reinigungsunternehmen targetiert Bern, Thun und Biel. Bern bringt 70 % der Anfragen, Thun 20 %, Biel 10 %. Statt alle drei gleich zu behandeln, erhöht es das Gebot für Bern um 15 % und reduziert Biel um 20 %. Ergebnis: 25 % mehr Anfragen bei gleichem Budget.
Schritt 5: Shared Budgets vermeiden
Google bietet «Gemeinsame Budgets» an – ein Budget für mehrere Kampagnen. Klingt praktisch, ist aber gefährlich: Google verteilt das Budget dort, wo es am schnellsten ausgegeben wird – nicht dort, wo es am besten konvertiert.
Meine Empfehlung: Jede Kampagne bekommt ihr eigenes Budget. So behältst du die Kontrolle und verhinderst, dass eine schwache Kampagne das Budget einer starken auffrisst.
Schritt 6: Impression Share als Indikator nutzen
Der Impression Share (Anteil an möglichen Impressionen) zeigt dir, wie oft deine Anzeige gezeigt wird vs. wie oft sie gezeigt werden könnte:
- Über 80 %: Du bist gut aufgestellt. Budget reicht für die meisten Suchanfragen.
- 50–80 %: Du verpasst Anfragen. Prüfe, ob du das Budget erhöhen oder schwache Keywords pausieren kannst.
- Unter 50 %: Du verpasst die Hälfte aller Suchanfragen. Entweder Budget erhöhen oder Keywords einschränken.
Wichtig: Prüfe den Impression Share separat für jede Kampagne. Deine beste Kampagne sollte mindestens 70 % haben.
Die monatliche Budget-Review Checkliste
Setze dir einmal pro Monat 30 Minuten für diese Prüfung:
- Welche Kampagne hat den besten CPA? → Mehr Budget
- Welche Kampagne hat den schlechtesten CPA? → Weniger Budget oder optimieren
- Gibt es Tageszeiten mit null Conversions? → Gebote reduzieren
- Gibt es Standorte, die nicht konvertieren? → Gebote reduzieren oder ausschliessen
- Hat meine beste Kampagne einen Impression Share unter 70 %? → Budget erhöhen
- Sind Testkampagnen nach 4 Wochen immer noch ohne Conversion? → Stoppen und analysieren
Fazit: Dein Budget ist nur so gut wie seine Verteilung
Die meisten KMU können ihre Google Ads Ergebnisse massiv verbessern, ohne mehr Geld auszugeben. Der Hebel liegt in der intelligenten Verteilung: mehr Budget für das, was funktioniert, weniger für das, was nicht funktioniert. Klingt offensichtlich – wird aber überraschend selten gemacht.