Google Ads Budget richtig verteilen – So holst du das Maximum raus

Lucian Gruber
Lucian Gruber
· 10 Min. Lesezeit

CHF 2'000 Monatsbudget. 5 Leistungen. 3 Regionen. Und Google will immer mehr. Wie verteilst du dein Budget so, dass du das Maximum rausholst? Nicht mit Bauchgefühl – sondern mit Daten und klarer Strategie.

Warum Budget-Verteilung wichtiger ist als Budget-Höhe

Ich sehe regelmässig Konten mit CHF 3'000/Monat, die schlechter performen als Konten mit CHF 1'500 – weil das Budget falsch verteilt ist. Typische Probleme:

  • 80 % des Budgets geht an 2 Keywords, die kaum konvertieren
  • Die beste Kampagne ist um 14 Uhr «ausverkauft», weil das Tagesbudget aufgebraucht ist
  • Budget fliesst gleichmässig an alle Kampagnen – egal ob sie performen oder nicht

Smarte Budget-Verteilung kann deine Ergebnisse um 30–50 % verbessern, ohne einen Franken mehr auszugeben.

Schritt 1: Kampagnen priorisieren

Nicht jede Kampagne ist gleich wertvoll. Teile deine Kampagnen in drei Kategorien ein:

Kategorie A – Deine Cash-Cows (50–60 % des Budgets)

Kampagnen mit dem besten ROI. Niedrigste Kosten pro Anfrage, höchste Conversion-Rate. Hier willst du jede mögliche Anfrage mitnehmen.

Kategorie B – Solide Performer (25–35 % des Budgets)

Kampagnen, die funktionieren, aber noch Optimierungspotenzial haben. Hier investierst du moderat und arbeitest an der Verbesserung.

Kategorie C – Testkampagnen (10–15 % des Budgets)

Neue Keywords, neue Leistungen, neue Regionen. Hier testest du mit kleinem Budget, ob Potenzial da ist.

Praxis-Beispiel: Ein Malerbetrieb hat 3 Kampagnen: Innenmalerei (CPA: CHF 35), Fassadenreinigung (CPA: CHF 55), Tapezierarbeiten (CPA: CHF 120). Logische Verteilung bei CHF 2'000 Budget: Innenmalerei CHF 1'100, Fassade CHF 600, Tapezieren CHF 300.

Schritt 2: Budget nach Tageszeit und Wochentag steuern

Prüfe im Werbezeitplaner deines Google Ads Kontos, wann deine Conversions kommen:

  • B2B: Montag bis Freitag, 7–18 Uhr ist die Kernzeit. Am Wochenende kommen selten qualifizierte Anfragen.
  • Lokale Dienstleister: Abends und am Wochenende können Spitzenzeiten sein (Notfall-Suchen, Planung am Feierabend).
  • E-Commerce: Sonntags und abends oft die stärksten Stunden.

Konkrete Massnahme: Erhöhe Gebote in conversion-starken Stunden um 20–30 %. Reduziere oder pausiere in schwachen Zeiten. So holst du mehr aus dem gleichen Tagesbudget.

Schritt 3: Budget nach Gerät steuern

Mobile, Desktop und Tablet performen unterschiedlich. Prüfe unter «Geräte» in Google Ads:

  • Welches Gerät hat die beste Conversion-Rate?
  • Welches Gerät hat den niedrigsten CPA?

Passe die Gebotsanpassungen an: +20 % für das beste Gerät, −20 % für das schwächste. Bei vielen lokalen Dienstleistern performt Mobile am besten (Anruf-Klicks), bei B2B oft Desktop.

Schritt 4: Budget nach Standort steuern

Wenn du mehrere Regionen targetest, performen nicht alle gleich gut. Prüfe unter «Standorte»:

  • Welche Stadt oder Region bringt die meisten Conversions?
  • Wo ist der CPA am niedrigsten?
  • Gibt es Regionen, die du bedienst, aber die kaum konvertieren?

Praxis-Beispiel: Ein Reinigungsunternehmen targetiert Bern, Thun und Biel. Bern bringt 70 % der Anfragen, Thun 20 %, Biel 10 %. Statt alle drei gleich zu behandeln, erhöht es das Gebot für Bern um 15 % und reduziert Biel um 20 %. Ergebnis: 25 % mehr Anfragen bei gleichem Budget.

Schritt 5: Shared Budgets vermeiden

Google bietet «Gemeinsame Budgets» an – ein Budget für mehrere Kampagnen. Klingt praktisch, ist aber gefährlich: Google verteilt das Budget dort, wo es am schnellsten ausgegeben wird – nicht dort, wo es am besten konvertiert.

Meine Empfehlung: Jede Kampagne bekommt ihr eigenes Budget. So behältst du die Kontrolle und verhinderst, dass eine schwache Kampagne das Budget einer starken auffrisst.

Schritt 6: Impression Share als Indikator nutzen

Der Impression Share (Anteil an möglichen Impressionen) zeigt dir, wie oft deine Anzeige gezeigt wird vs. wie oft sie gezeigt werden könnte:

  • Über 80 %: Du bist gut aufgestellt. Budget reicht für die meisten Suchanfragen.
  • 50–80 %: Du verpasst Anfragen. Prüfe, ob du das Budget erhöhen oder schwache Keywords pausieren kannst.
  • Unter 50 %: Du verpasst die Hälfte aller Suchanfragen. Entweder Budget erhöhen oder Keywords einschränken.

Wichtig: Prüfe den Impression Share separat für jede Kampagne. Deine beste Kampagne sollte mindestens 70 % haben.

Die monatliche Budget-Review Checkliste

Setze dir einmal pro Monat 30 Minuten für diese Prüfung:

  1. Welche Kampagne hat den besten CPA? → Mehr Budget
  2. Welche Kampagne hat den schlechtesten CPA? → Weniger Budget oder optimieren
  3. Gibt es Tageszeiten mit null Conversions? → Gebote reduzieren
  4. Gibt es Standorte, die nicht konvertieren? → Gebote reduzieren oder ausschliessen
  5. Hat meine beste Kampagne einen Impression Share unter 70 %? → Budget erhöhen
  6. Sind Testkampagnen nach 4 Wochen immer noch ohne Conversion? → Stoppen und analysieren

Fazit: Dein Budget ist nur so gut wie seine Verteilung

Die meisten KMU können ihre Google Ads Ergebnisse massiv verbessern, ohne mehr Geld auszugeben. Der Hebel liegt in der intelligenten Verteilung: mehr Budget für das, was funktioniert, weniger für das, was nicht funktioniert. Klingt offensichtlich – wird aber überraschend selten gemacht.

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