Google Ads Agentur oder selber machen? Wann sich ein Spezialist lohnt
Du überlegst, ob du deine Google Ads Kampagnen selbst verwalten oder einen Spezialisten beauftragen sollst? Beide Wege können funktionieren. Aber beide haben klare Voraussetzungen. In diesem Artikel zeige ich dir ehrlich, wann Eigenregie sinnvoll ist – und ab wann du ohne professionelle Betreuung Geld verbrennst.
Google Ads selber machen: Wann es funktionieren kann
Grundsätzlich kann jeder ein Google Ads Konto erstellen und eine Kampagne starten. Google macht es dir sogar bewusst einfach – mit «Smart Campaigns» und automatischen Empfehlungen. Aber Vorsicht: Was einfach aussieht, ist nicht automatisch effektiv.
Selber machen kann funktionieren, wenn:
- Du ein sehr kleines Budget hast (unter CHF 500/Monat) und der Aufwand für einen Spezialisten unverhältnismässig wäre
- Du nur ein einzelnes, einfaches Produkt oder eine Dienstleistung bewirbst
- Du Zeit und Lust hast, dich regelmässig (mindestens 2–3 Stunden pro Woche) damit zu beschäftigen
- Du bereit bist, Google Ads wirklich zu lernen – nicht nur Buttons zu klicken
Praxis-Beispiel: Ein Freelance-Fotograf mit CHF 300/Monat Budget verwaltet seine eine Suchkampagne selbst. Einfache Keywords («Fotograf Hochzeit Bern»), eine Landingpage, wenig Wettbewerb. Das funktioniert – weil die Komplexität gering ist.
Die häufigsten Fehler bei der Eigenverwaltung
In fast jedem Konto, das ich zum ersten Mal analysiere, finde ich dieselben Probleme:
1. Googles «Empfehlungen» blind folgen
Google schlägt dir regelmässig «Optimierungen» vor. Was Google nicht sagt: Diese Empfehlungen maximieren oft Googles Umsatz, nicht deinen. «Budget erhöhen», «Broad Match verwenden», «Neue Keywords hinzufügen» – klingt hilfreich, kostet dich aber häufig mehr, ohne bessere Ergebnisse.
2. Kein Conversion Tracking
Ohne Tracking weisst du nicht, welche Keywords und Anzeigen tatsächlich zu Anfragen führen. Du optimierst blind – das ist wie Autofahren mit verbundenen Augen.
3. Kampagne aufsetzen und vergessen
Google Ads braucht wöchentliche Aufmerksamkeit. Suchbegriffe prüfen, negative Keywords ergänzen, Anzeigen testen, Gebote anpassen. Wer das nicht tut, zahlt jeden Monat mehr für weniger Ergebnis.
4. Falsche Kampagnenstruktur
Alle Keywords in eine Anzeigengruppe werfen, generische Anzeigentexte, keine Landingpage-Zuordnung. Das Ergebnis: niedrige Qualitätsfaktoren, hohe Klickpreise, irrelevante Anzeigen.
Wann du einen Spezialisten brauchst
Ab einem gewissen Punkt kostet dich die Eigenverwaltung mehr, als ein Spezialist kosten würde – weil du Budget verschwendest, ohne es zu merken:
- Budget über CHF 1'000/Monat: Ab hier lohnt sich professionelle Betreuung fast immer. Die Einsparungen durch bessere Optimierung übersteigen die Betreuungskosten.
- Mehrere Leistungen oder Produkte: Die Kampagnenstruktur wird komplex. Ohne Erfahrung verlierst du den Überblick.
- Wettbewerbsintensive Branche: Wenn deine Konkurrenten professionelle Kampagnen schalten, hast du mit Eigenbau-Kampagnen keine Chance.
- Keine Zeit für regelmässige Optimierung: Wenn du ehrlich bist – hast du wirklich jede Woche 2–3 Stunden dafür?
- Stagnierende oder sinkende Ergebnisse: Wenn du nicht mehr weisst, welche Hebel du noch ziehen kannst.
Grosse Agentur vs. spezialisierter Einzelspezialist
Wenn du dich für professionelle Betreuung entscheidest, stehst du vor der nächsten Wahl: grosse Agentur oder spezialisierter Einzelspezialist?
Grosse Agentur:
- + Breites Leistungsspektrum (SEO, Social, Design, etc.)
- + Ausfallsicherheit durch Teamgrösse
- − Du bist einer von vielen Kunden
- − Account Manager wechseln regelmässig
- − Kommunikation über Ticketsysteme statt direkt
- − Höhere Kosten durch Overhead
- − Reporting oft standardisiert und unpersönlich
Spezialisierter Einzelspezialist:
- + Direkter Draht – du sprichst immer mit der Person, die deine Kampagnen betreut
- + Tiefes Branchenwissen durch Fokus auf einen Kanal
- + Persönliche Betreuung statt Massenabfertigung
- + Oft flexiblere Vertragsbedingungen
- − Begrenzte Kapazität
- − Kein Rundum-Service (nur Google Ads, kein Design/SEO/Social)
Woran erkennst du einen guten Google Ads Spezialisten?
Egal ob Agentur oder Einzelspezialist – achte auf diese Punkte:
- Google Partner Zertifizierung: Zeigt nachgewiesene Kompetenz und aktive Kontoverwaltung.
- Transparenz: Du solltest jederzeit Zugang zu deinem Google Ads Konto haben. Es gehört dir, nicht dem Betreuer.
- Keine Knebelverträge: Monatlich kündbar. Wer gute Arbeit leistet, braucht keine 12-Monats-Bindung.
- Klare Reporting-Struktur: Regelmässige Berichte mit verständlichen KPIs – nicht 20 Seiten PDF voller Fachbegriffe.
- Branchenerfahrung: Hat der Spezialist Erfahrung mit Unternehmen in deiner Grösse und Branche?
- Realistische Versprechen: Wer dir «Platz 1 bei Google garantiert», lügt. Punkt.
Die Kosten im Vergleich
Was kostet dich jede Option wirklich?
- Selber machen: CHF 0 Betreuungskosten, aber 8–12 Stunden/Monat deiner Arbeitszeit + ineffizientes Budget (oft 30–50 % Verschwendung durch fehlende Optimierung).
- Grosse Agentur: CHF 1'000 – 3'000/Monat Betreuung + oft 12-Monats-Verträge + häufig 15–20 % des Werbebudgets on top.
- Spezialist: CHF 500 – 1'500/Monat Betreuung, monatlich kündbar, feste Pauschale ohne versteckte Prozentkosten.
Rechenbeispiel: Du verwaltest CHF 2'000/Monat Werbebudget selbst und verschwendest (konservativ geschätzt) 30 % durch suboptimale Keywords, fehlende negative Keywords und schwache Anzeigen. Das sind CHF 600/Monat – oft mehr als ein Spezialist kosten würde.
Fazit: Ehrliche Entscheidungshilfe
Die Entscheidung ist letztlich einfach:
- Kleines Budget, einfache Kampagne, genug Zeit: Du kannst es selbst versuchen. Aber investiere dann wirklich in Wissen – nicht nur in Klicks.
- Budget über CHF 1'000, mehrere Leistungen, wenig Zeit: Ein Spezialist spart dir Geld, Zeit und Nerven. Die Betreuungskosten zahlen sich durch bessere Ergebnisse fast immer zurück.
Und das Wichtigste: Ein guter Spezialist sagt dir auch ehrlich, wenn Google Ads für dein Unternehmen nicht der richtige Kanal ist. Denn das kommt vor – und dann ist es besser, das vor der Investition zu wissen.